/Der weiße Kakadu

Mein Beitrag für den Walter Serner Preis 2017 zum Thema „Vom Leben in den großen Städten“

Wir haben es im Folgenden mit einem Dichter zu tun, wie es sie zu Tausenden in die Metropole zieht. Getragen von der zweifelhaften Hoffnung auf Ruhm, hausen sie in staubigen Dachkammern und starren Löcher in die Luft.  Wenn sie sich verlieben, dann unglücklich: zumeist in eine wesentlich ältere Dame, die zur gesellschaftlichen Elite gehört, kurz: unerreichbar ist. Mit der Miete sind diese Poeten um Monate im Rückstand: wenn die Wirtin erbost an die Türe klopft, versteckt man sich unter der Bettdecke. Über dem Schreibtisch eine billig gerahmte Vedute von Florenz, bekanntermaßen einer der Sehnsuchtsorte jener Schreiberlinge. Nennen wir unseren Helden ruhig beim Namen, obwohl dies nichts zur Sache tut: letztlich ist er nur Irgendeiner im glitzernden Getriebe der jetzt in tropischer Schwüle ächzenden Stadt. Also: Anatol. Wenn Anatol mit seinem Werk ins Stocken gerät, was häufig der Fall ist, entflieht er seiner kargen Behausung, stürzt sich in das symphonische Getöse der Straßen und Plätze, stolpert in den Gassen umher, ohne recht voran zu kommen. Seinen weißen Kakadu trägt er dabei auf der linken Schulter. Der verzogene Vogel heißt Fipps und soll vor allem den Zweck erfüllen, mit den hübschen Damen ins Gespräch zu kommen, die auf den Boulevards flanieren und keck ihre Näschen recken. In die Lichtspieltheater, wo Anatol viel Zeit verbringt, nimmt er den Kakadu allerdings nicht mehr mit: zu bedrohlich wirkt der Schatten, der von dem nicht gerade kleinen, auf Anatols Schultern hockenden Vogel auf die Leinwand geworfen wird, ein Umstand, der bereits zu einer Auseinandersetzung mit den bekannten Gloria Lichtspielen geführt hat, in deren Folge der Vogel Federn lassen musste und Anatol mit Fußtritten bedacht wurde. In dem Film, der ruckende Schatten von Fipps war mit einem Mal Teil der Szenerie,  ging es übrigens um einen Wahnsinnigen, der eine Millionenstadt in Atem hielt. Der Chefermittler trug eine schmucke Melone auf dem ansonsten kahlen Schädel. Der Wahnsinnige hatte erwartungsgemäß einen wenig Vertrauen einflößenden Namen: Krapotkin. Krapotkins Plan: Auslöschung der Bevölkerung der Kapitale mittels eines ominösen Laserapparates. Die Politiker ratlos, die Behörden überfordert, der Chefermittler nimmt die Melone vom Kopf und denkt nach. Am liebsten hockt sich unser junger Dichter an das Ufer des Flusses. Seine Gedanken, die er naturgemäß für nichts weniger als genial hält, lässt er dann mit der graubraunen Brühe davon treiben. Der Kakadu – Fipps – bekommt ein paar Nüsse. Am gegenüberliegenden Ufer die spirrigen Bauten des Heizkraftwerks. Alles in allem eine unübersichtliche Gegend. Blechdosen liegen herum, dazu Zeitungsfetzen, natürlich auch heute wieder mit einem Artikel diesen Krapotkin betreffend. Die Sache scheint ernst zu sein: DIE JAGD GEHT WEITER – IRRSINNIGER MUSS GESTOPPT WERDEN! dechiffriert Anatol die nur noch zu zwei Dritteln vorhandene Schlagzeile. Der Artikel selbst, verfasst von einem dieser Reporter, die ihr Herz am richtigen Fleck und dazu, wetterabhängig, einen in die Jahre gekommenen Trenchcoat tragen, ist aufgrund eines Fußabdrucks und sonstiger Einflüsse nicht mehr zu entziffern. Das Aufmacherbild, immerhin noch einigermaßen zu erkennen, zeigt, wie zu erwarten in reißerischer Manier, Krapotkins Schattenriss an einer Hausmauer in einer der größeren Straßen der Stadt. Fipps krächzt, als ein Kohlenfrachter vorüber fährt. Anatol zerknüllt den Zeitungsfetzen. Wann wird Krapotkin wohl wieder zuschlagen? Anatol blickt zu den Schafen hinauf, die reglos am lackblauen Himmel kleben. Dann kaut er an einem Grashalm. Wieder in seinem Kämmerchen, wo der Schrank müde in den Dielenboden sinkt, wirft sich Anatol auf die Bettstatt. Der Kakadu flattert auf seine Schaukel. KRAPOTKIN! kommt es krächzend von Fipps. KRAPOTKIN! Wie soll ein Dichter unter diesen Umständen die für die Inspiration so unerlässliche Ruhe finden! Starreporter müsste man sein! Vor den hübschesten Frauen im beigen Trench paradieren und in den besten Etablissements der Stadt eisgekühlte Getränke spendiert bekommen! Das Gesicht natürlich kantig, den Schreibstift hinters Ohr geklemmt, das Mundwerk lose, von früh bis spät rasend unterwegs auf der Suche nach einer neuen Schlagzeile. Mehr als einmal war der Starreporter dem Wahnsinnigen schon dicht auf den Fersen. Ich spürte den Atem des Todes! konnte man am folgenden Tag in der von ihm belieferten Gazette lesen. Krapotkin, dieser von atavistischen Paroxysmen getriebene Irre, verschwand allerdings hinter einer mit Modereklame beklebten Litfaßsäule, dann im Dickicht der Straßen. Sobald es dunkel wird, um diese Jahreszeit also recht spät, öffnet Anatol die Fenster und verlässt seine Grotte, angetan mit einem frischen Hemd und sauberen Socken, die Schuhe geputzt. Es könnte ja sein, dass man seiner großen Liebe begegnet. Fipps hüpft auf sein Plätzchen: linke Schulter. Auf der Straße wird unser Paar sogleich von den Aufregungen der Nacht umfangen. In Anatols Stammcafé drehen sich die Gespräche natürlich um Krapotkin. Gestärkt mit einem Likörchen, verlässt Anatol das Lokal und wendet sich in Richtung des Vergnügungsviertels. Neonbuntes Zwinkern einer Windmühle markiert den Eingang zu dem Sündenbabel. Treten Sie ein! Hoch das Bein! Unser Tanz, der muss der nächste sein!* Es hat ein wenig abgekühlt: die Damen legen sich dezente Jäckchen über die Schultern. Anatol sinniert über die Mühsal des Schreibens: mit seinem Spannungsroman kommt er nicht recht voran, es fehlt der große Bogen. Trost könnte da allenfalls ein hübsches Mädchen spenden, im Idealfall eines im getupften Kleidchen und mit spitzer Nase und frechen Augen, doch wo mag die Schöne stecken? Die Auslagen in den Tempeln des Konsums blenden verheißungsvoll, locken mit fetischisiertem Glanz und Glimmer, allerdings ist die hier präsentierte Warenwelt unerschwinglich, jedenfalls für unseren jungen Dichter, nicht jedoch für den Fahrer dieses Sportwagens, der soeben eine Dame in ein Restaurant der gehobenen Kategorie geleitet und der nach Anatols Meinung dem Starreporter frappierend ähnlich sieht. Man wird es sich schon gedacht haben: Unser Anatol ist ein wenig neidisch auf diesen Zeitungsfritzen, hat dieser doch nicht nur an jedem Finger ein Mädchen, es ist dem Kerl obendrein gelungen, mit einem Sensationsroman zu reüssieren. Nun weiter. Anatol schreitet munter aus, durchquert eine Passage mit einem springenden Brunnen. Werbeplakate preisen die neuesten Errungenschaften der Technik, darunter sprechende Blumentöpfe und einen speziell für die Männerhand konstruierten Staubwedel. Emotionen. Illusionen. Dioramen. Panoramen. Zwischen der Reklame immer wieder Fahndungsplakate, die eine saftige Belohnung für Hinweise auf Krapotkin versprechen. Das Foto unspezifisch, schattenhaft: zum Lachen, wer soll das sein?! Merkwürdig, was es alles gibt in dieser großen Stadt, wundert sich Anatol: pomadisierte Tanzbären mit Menjoubärtchen, Grisetten auf Hochrädern, flötenspielende Uniformierte, freche Gören im Glitzerfummel. Anatol und Fipps verlassen die Gegend und gehen in Richtung der Universität. Zwischen den Häusern drückende Hitze. Aus den Abwasserkanälen überriechende Miasmen. Von Ferne die Rufe eines Zeitungsjungen: EXTRABLATT! BULGARISCHER WISSENSCHAFTLER MIT NEUER THEORIE ZU KRAPOTKINS LASER! Dazu von irgendwoher das Läuten einer Kirchenglocke. An einem sechseckig geformten Platz nimmt Anatol auf einem Bänkchen Platz. Fipps darf ein wenig in der Platane herum flattern. Im fahlgelben Leuchter der Straßenlaterne pelzige Mottenleichname.  Eine violett bemützte Ratte streicht vorüber. Warum ist es nur so schwer, einen Sensationsroman zu schreiben? Unser Anatol sieht sich schon als König der Verkaufslisten, allerdings existieren, wie man sich denken kann, von seinem Werk nur verschämte Skizzen auf rissigem Papier. Fipps hüpft wieder auf Anatols Schulter, bekommt einen Klapps, man erhebt sich und flaniert durch die verschnörkelten Gassen mit den Cafés der Studenten. Vielleicht versteckt sich hier das hübsche Mädchen im lustig gepunkteten Kleid? Natürlich sind die Studentenlokale wieder einmal randvoll. Überall hocken sie, die jungen hoffnungsfrohen Schriftsteller und Kunstschaffenden, wie viele es sind! was will da noch ich? sagt Anatol zu seinem Fipps, der zustimmend krächzt. Endlich fasst Anatol einen Entschluss: sie treten ein in ein beschauliches Ecklokal voller Samoware und ulkiger Gesichter. Auf Tabletts schäumt das Bier heran. An einem Fensterplatz sieht Anatol eine elegante Frau unschätzbaren Alters mit roten Haaren und spitzer Nase. Die Schönheit sitzt allein vor ihrem goldfarbenen Cocktail. Ihre Augen sind von nachtschwarzen Linien gefasst. Sie trägt ein Kleid, schwarz, gemustert mit Motiven aus einem Kartenspiel: Pik Dame, Karo As, Bube und so weiter. Zwischen den Fingern ihrer rechten Hand ein dünnqualmendes Zigarillo mit Mundstück. Darf ich mich vielleicht zu Ihnen gesellen? fragt Anatol, ich hoffe, mein Kakadu stört Sie nicht? Er heißt Fipps. Die Augen der Schönen blitzen auf. Wortlos weist sie auf den leeren Stuhl. Merkwürdig, wie unruhig Fipps mit einem Mal ist, denkt Anatol, der zwickt mich doch sonst nicht so. Womöglich ist der dumme Kerl eifersüchtig? Anatol bestellt ein Bier, das hier in steingrauen Humpen daher kommt. Sind Sie Student? fragt die Elegante unvermittelt. Die Augen der Frau sind türkis wie das arabische Meer im Lichte des Vollmondes. Ein wenig gefährlich erscheinen sie uns. Anatol, nun mit einem bierigen Schaumbart, nimmt das Wort Schriftsteller in den Mund, von dem er nicht sicher ist, ob ihm dessen freimütige Benutzung tatsächlich zusteht, wo doch um ihn herum nur Erfolgsautoren sitzen. Ich bin Schriftsteller, sagt Anatol, ich verfasse einen Spannungsroman, komme ganz gut voran. Natürlich: unser Freund will Eindruck schinden bei der Unnahbaren. Spannungsroman? fragt die Frau, stoisch an ihrem Goldcocktail schlürfend, mit Bösewichtern, Blut und so? Anatol nickt und bestellt ein zweites Bier. Währenddessen ruckt Fipps nervös auf Anatols Schulter hin und her. Dieses dauernde Gekratze! denkt Anatol, Fipps ist doch sonst nicht so. Wäre ich heute allein ausgegangen, könnte ich vielleicht bei der rothaarigen Spitznase landen. Ich wohne nicht weit von hier, sagt die Frau plötzlich, und Anatol spürt ein angenehmes Klopfen in jener Gegend seines Körpers, wo das Bier von der Speiseröhre in den Magen kommt. Schon sieht er sich in einer mondänen Wohnung, auf einem Diwan, leidenschaftlich schneeweiße Haut kosend, den rotlippigen Mund mit Küssen bedeckend. Als man in das Gefährt steigt, das von der Schönen auf der Straße in gekonnter Manier angehalten wird, wundert sich unser Anatol über die Adresse, die dem Schofför genannt wird: die Gegend ist übel beleumundet. Hatte Anatol nicht den grünbestandenen Bezirk der Reichen und Berühmten erwartet? Doch schon geht es voran in dem finsteren Vehikel. Aus der Zigarillospitze der Dame wolkt feiner Rauch in den Nachthimmel mit seinem sichelnden Mond. Fipps hat sich unter Anatols rechtem Arm versteckt, angstvoll zuckend wie ein beschwipster Zitteraal. Die Gegend, durch die sie kommen, ist Anatol gänzlich unbekannt. Wo ist das betörende Glitzern der Metropole? das vertraute Bimmeln der Elektrischen? das bunte Treiben der Flaneure? das aufreizende Lächeln der Schaufensterpuppen? Schemenhafte Gestalten zeigen sich nun zwischen Heringsfässern und Tauwerk, offenbar blauweißgeringelte Matrosen eines Frachtschiffes, mit ankertätowierten Oberarmen und pfeifendem Meerschaum zwischen den Lippen. Die Häuser: ins Dunkel hingeduckt mit schlotenden Kaminen. In den Gassenfunzeln blakendes Licht. Wo sind wir? fragt Anatol. Keine Sorge, sagt die Unbekannte und tätschelt unserem jungen Freund den Oberschenkel. Es geht die Mole entlang, sodann über ein Brückchen: das Wasser des Kanals schwarz wie die Tinte in Anatols Füllfeder. Da ragt vor ihnen der Bau eines ehemaligen Hafenkontors in die Höhe. Sie sind doch Romancier? fragt die Schöne. Der Wagen hält, man steigt aus. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, fragt die Schöne weiter, ob es nicht viel interessanter wäre, selbst Teil eines Romans zu sein als einen zu schreiben? Nun: es ist soweit, kommen Sie. Anatol überläuft ein kalter Schauer, als sie sich dem heruntergekommenen Gebäude nähern. Fipps flattert aufgeregt umher. Können Sie Ihren Kakadu nicht zur Räson bringen?! ruft die Unbekannte. Der vierschrötige Schofför schiebt das Tor zur Seite. Voila! sagt die Frau, und schon ist man in einem hell erleuchteten Hallendom. Mittendrin ein Ding, wie es Anatol noch nie gesehen hat: eine Art Kanone, gewaltig, bestückt mit blitzenden Röhren, surrenden Rädern, blinkenden Lämpchen. Was ist das? fragt Anatol die süffisant Lächelnde. Da zupft Fipps seinem Herrchen wieder den Haarschopf: KRAPOTKIN! KRAPOTKIN! Aufgeregt flattert der Kakadu durch eine offene Dachluke davon. Vorlautes Bürschchen! sagt die Frau. Und da dämmert es unserem Anatol: warum sollte Krapotkin eigentlich ein Mann sein? Mit dieser Maschine werde ich die Stadt zerrrstööören! ruft Krapotkin. Ausrrraaadieren! Vööörrrnichten! Neutraliiiisieren! Die Irre lacht höhnisch auf, und schon windet sich Anatol im klammernden Griff des Schofförs. Spitznase alias Krapotkin macht sich an Hebeln und Kurbeln zu schaffen. Hygrometer, Thermodynamo, Quantenmessung. Die Wanduhr verrät, dass die Bewohner der Stadt ahnungslos in ihren Betten liegen. Mit einem hydraulischen Zischen öffnet sich das Dach des Gebäudes. Schon sticht das Laserrohr in den Sternenhimmel. Warum tun Sie das! brüllt Anatol im Zangengriff des Vierschrötigen. Denken Sie an die Menschen! Die Stadt! Ungerührt dreht Krapotkin am Phasenventil: Noch drei Minuten, dann verglüht alles! Anatol will sich losreißen, ohne Erfolg: die Uhr tickt. Plötzlich ein hallendes Hämmern: bumm! bumm! bumm! bumm! Jemand ist am Tor! brüllt der Schofför, schleudert Anatol zu Boden, stürzt sich den Eindringlingen entgegen. Noch sechzig Sekunden. KRAPOTKIN! KRAPOTKIN! Zuerst flattert Fipps in die Halle, gefolgt vom Chefermittler (richtig: die Melone) und einem Trupp Polizeibeamter, dann betritt auch der Starreporter die Szene. Anatol kann nur zusehen, wie alles zu den glühenden Kondensatoren stürmt. Das verzerrte Gesicht Krapotkins! Das Krächzen von Fipps! Die Schreie der Polizisten! Das Summen der Laserkanone! Wird es ihnen gelingen, den Todesstoß abzuwenden? Krapotkin zückt einen Revolver, versucht zu fliehen, doch Fipps zeigt seine Krallen. Endlich ein beherzter Griff in das thermodynamische Feld: der Chefermittler kann den Energiefluss stoppen. Der Starreporter lässt seine Leica klicken, dann kniet er sich neben den am Boden kauernden Anatol: Ganz famos, mein Junge, das wird unsere Story! Und die verbreitet sich denn auch in Windeseile: Anatol und Fipps auf Titelseiten, Litfaßsäulen, Plakatwänden, Wochenschaubildern. Der junge Poet und sein Kakadu, die Helden der Stunde. Vom Bürgermeister gibt´s einen Orden, hübsche Mädchen in gepunkteten Kleidchen schickten Liebesbriefe, Fipps bekommt Freikarten für die Gloria-Lichtspiele. Und Krapotkin? Eine ehemalige Schauspielerin, wahnsinnig geworden und auf Rache sinnend, weil man sie vor Jahren mit Schimpf und Schande von den Bühnen verjagt hatte wegen ihrer unerträglichen Grillen und Extravaganzen. Nun: Endlich kann Anatol ein neues Zimmer mieten und sich ganz seinem Spannungsroman widmen, den großen Bogen hat er ja nun gefunden. Und da sehen wir ihn auch schon: Anatol, natürlich zusammen mit Fipps, die beiden verschwinden im Dschungel der Straßen. Noch ahnen sie nicht, dass sie von den finsteren Gedanken Krapotkins verfolgt werden, deren meuchelnde Hände sich soeben um den Hals des Gefängniswärters legen.

*zitiert nach: Falco, Brillantin brutal („Junge Römer“)

 

/EINE EFFEKTVOLLE FASER VON MÖSSBAUERS KARIERTEM JACKET?

Beitrag zu „Science meets Fiction“, Ausstellung  und Anthologie zum Wettbewerb EAM – Engineering Advanced Materials, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Es geht um die künstlerisch-literarische Interpretation („Womit könnte man es zu tun haben? Was könnte das sein?“) von Wissenschaftsfotografien aus der Nanotechnologie / elektronenmikroskopische Aufnahmen. Den Autoren wurde ein Pool von mehreren Bildwelten zur Verfügung gestellt, mit denen sie sich literarisch frei auseinandersetzen konnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine effektvolle Faser von Mössbauers kariertem Jacket? Ein spezifisches Substrat aus Diracs Delta-Distribution? Ein maßgeblicher Term aus der Schwinger-Dyson-Gleichung? Ein loses Segment aus Faradays Käfig? Eine wichtige Säule innerhalb der Yang-Mills Theorien? Ein abgeplatztes Splitterchen aus Einsteins Geige? Ein schwaches Signal des Hertzschen Dipols? Ein signifikanter Abschnitt aus der Bornschen Näherung? Eine elegante Schwingung aus der Lorentz-Transformation? Eine undefinierte Variable aus der Feynman-Kac-Formel? Ein klassisches Phänomen der Landau-Dämpfung? Ein bahnbrechendes Ergebnis aus dem Franck-Hertz-Versuch? Ein kerniges Stückchen von Newtons Apfelbutzen? Ein reaktives Element des Planckschen Wirkungsquantums? Ein klassisches Resultat aus dem Doppler-Effekt? Ein erhebendes Beispiel für das Archimedische Prinzip? Ein energiereiches Häppchen von T’Hoofts Eichboson? Ein blindgewordenes Okular aus Galileis Teleskop? Eine verstörende Mutation des Youngschen Interferenzphänomens? Eine pulsierende Strahlung aus Bardeens Transistor? Ein denkwürdiges Anzeichen für Kopernikus Heliozentrik? Eine eindeutige Konstante aus der Maxwell-Boltzmann-Verteilung? Ein markantes Beispiel für die Auswirkungen des Noether-Theorems? Ein bis dato unbekannter Bauteil der Helmholtzspule? Eine denkwürdige Invarianz in den Lagrange-Formeln? Ein im Licht blitzendes Bruchstück aus Fresnels Linse? Ein klarer Hinweis auf die Heisenbergsche Unbestimmtheitsrelation? Eine der kommunizierenden Röhren Pascals? Ein weithin strahlendes Residuum aus Madame Curies Laboratorium? Eine deutliche Mahnung vor Gilberts Magnetischer Kraft? Ein harter grauer Stoppel aus Röntgens Bart? Ein maßgebliches Axiom aus der Gibbsschen Phasenregel? Eine denkwürdige Botschaft aus der Laplace-Kosmologie? Ein zu erwartendes Resultat aus dem Rutherford-Experiment? Ein herausragender Koeffizient der Fourier-Gleichung? Ein unbekannter Ausschnitt aus Ptolomaeus Almagest? Ein starker Energie-Impuls-Tensor aus der Kaluza-Klein-Theorie? Eine unerwartet aufgetauchte Erscheinung des Bernoulli-Effekts? Eine bezeichnende Duplizität in Cavendishs Gravitationskonstante? Eine unvorhergesehene Interferenz im Carnot-Prozess? Eine plötzliche Verschiebung in der Raleigh-Streuung? Eine neue Vorschrift in Keplers Gesetzen? Eine unerklärliche Entwicklung auf Fermis Pasta-Teller? Eine vektoriale Funktion in der Clausius-Clapeyron-Gleichung? Eine kuriose Folge der Huygensschen Lichtgeschwindigkeitsmessung? Ein kosmisches Strahlen aus dem Mund von Becquerel? Ein veritables Anschauungsobjekt aus Sommerfelds Vorlesungen? Eine unlösbare Interdependenz in der Schrödinger-Gleichung? Eine neuartige Dimension im Hamiltonschen Prinzip? Ein ungewisser Zustand im Bethe-Weizsäcker-Zyklus? Ein neuentdeckter Grundsatz im Jouleschen Gesetz? Eine eigenartige Manifestierung der Voltaschen Säule? Ein reziproker Wert in der Pauli-Gleichung? Ein topografischer Vektor im Debye-Radius? Ein symptomatisches Bild der Kirchhoffschen Strahlung? Ein fast vergessenes Überbleibsel aus Lord Kelvins Gezeitenrechenmaschine? Ein wichtiger Skalar aus der Poincaré-Gruppe? Eine unklare Regel im Ampèreschen Gesetz? Ein angestaubtes Rechenmodell in Bohrs Arbeitszimmer? Ein homogener Koeffizient im Thomson-Effekt? Ein bildhaftes Geschehen in Rabis Kernspinresonanz? Ein positive Interaktion mit Townes Maser? Ein entscheidender Faktor im Higgs-Mechanismus? Eine neu zu evaluierende Einheit im Coulombsche Gesetz? Eine lockere Schraube aus Hawkings Rollstuhl?

Das Projekt.

Bilder von der Natur im 21. Jahrhundert – das müssen nicht mehr nur Bilder von Wäldern, Tieren oder dem Mond sein, sondern können auch Dinge und Lebewesen des Nanokosmos zeigen, ins Auge gefasst durch ein Mikroskop. Was aber würde ein literarisches Mikroskop zum Vorschein bringen? Das ist die Frage der Ausschreibung des Exzellenzclusters Engineering of Advanced Materials (EAM), einem interdisziplinären Forschungsverbund an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der neuartige Hochleistungsmaterialien erforscht und entwickelt (www.eam.fau.de/).

WissenschaftlerInnen machen Bilder, um zu erklären und zu überzeugen, um abstrakte Modelle zu visualisieren oder um Daten und Verbindungen sichtbar zu machen. Doch ebenso wichtig sind uns die anderen Perspektiven – die der Kunst und Literatur, der Ekphrasis oder des nature writing.

Die heutigen Einblicke und Möglichkeiten, zu verstehen, was im Kleinen verborgen liegt und sich vielleicht einmal als sehr nützlich erweisen wird, faszinieren WissenschaftlerInnen weltweit. „There’s Plenty of Room at the Bottom“ bemerkte schon der Physiker Richard Feynman 1959 in einem visionären Vortrag über neue Technologien auf mikroskopischer Ebene, die seither bereits in vielen Bereichen realisiert sind: in Form von miniaturisierten Computern und Elektronikbauteilen, leistungsfähigeren Solarzellen oder Leichtbauwerkstoffen. Die Möglichkeit, Objekte auf atomarer Ebene zu beobachten und zu gestalten, hat diesen ungeheuren Fortschritt in Naturwissenschaft, Medizin und Technik erst eröffnet, von dem wir alle leben, von dem aber auch neue und noch unbekannte Gefahren ausgehen könnten.

Neues entsteht durch Begegnung – von Partikeln und Materialien, aber von  Menschen und Disziplinen. Im EAM mit seiner Interdisziplinarität wird dies seit 10 Jahren gelebt. Um dieser Philosophie auch in einem neuen Kontext gerecht zu werden, schafft der Exzellenzcluster nun den Kontakt zwischen Wissenschaft, kultureller Öffentlichkeit und Schriftstellern. Wir wollen erfahren, wie die schreibenden KünstlerInnen auf all die neuen Bilder und Einblicke reagieren, die die Natur- und Ingenieurwissenschaften uns bereitstellen.

©Engineering of Advanced Materials (EAM), einem interdisziplinären Forschungsverbund an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Die Ausstellungs- Panele. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Jan Philipp Liebig/FAU Erlangen-Nürnberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Michael Kanofsky, Autor, Berlin

Die Ausstellung.

Die Ausstellung, die von Mitte September bis Ende Oktober 2017 im Kreuz+Quer – Haus der Kirche in Erlangen zu sehen war, stellte die ästhetische Schönheit 16 wissenschaftlicher Bilder aus den Forschungsbereichen des EAM dar und präsentierte dazu literarische Texte, die freie Assoziationen zu den Darstellungen widerspiegelten und Anreiz gaben, seine eigene Fantasie spielen zu lassen.

/Operation Desktop

Mein Beitrag zum 22. Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb: Thema „Frontberichte“, nachzulesen ist der Text auch auf www.storyapp.de

Die Grenze verläuft exakt neunundachtzig Zentimeter von meinem rechten Ellenbogen entfernt. Zwischen hier und der anderen Seite gibt es ein sechzig Zentimeter breites Niemandsland. Auch eine Art Todesstreifen existiert: Er besteht in der Hauptsache aus wild herabhängenden Kabelsträngen und in das Feldgrau des Fußbodens integrierten Versorgungsschächten mit Steckdosen und ISDN-Buchsen. Ich habe um 0907 MEZ das Feuer eröffnet und die Gegenseite mit einem heftigen Ein-Finger-Stakkato auf der Tastatur meines PC verunsichert. Die Maßnahme hat fürs erste Wirkung gezeigt, war aber letztlich nicht nachhaltig. Um 0914 habe ich dann meine Strategie modifiziert und die Feindbeschallungsanlage eingesetzt, indem ich mit extremer Lautstärke in die mobile Sprecheinheit meines Kommunikationssystems gesprochen habe, Auf diese Weise ist es mir schließlich gelungen, Jerry aus seiner Stellung zu vertreiben. Jerry hat heute übrigens wieder seinen Kampfanzug an: hellblaues Hemd mit weißem Kragen des Labels „Arschkriecher“, dunkelblaue Krawatte, dunkle Hose mit äußerst scharfkantigen Bügelfalten, dunkles Tarnsakko.

Aber der Reihe nach.

Heute Morgen, um 0815, erhielten wir, die meisten noch müde vom Einsatz des Vortages, das Briefing und wurden in Marsch gesetzt, einzeln, aber auch in Teams. Eine Eliteeinheit vom Marketing wurde sofort an den gefährlichen Point of Purchase abgeordnet, ein harter Job, ich beneide die Typen wirklich nicht, Apokalypse now.

Ich halte seitdem die Stellung und achte auf die kleinste Bewegung hinter den Linien, vor allem habe ich Tracy und Kimberly im Fokus, die heute beide wieder hautenge Camouflage-Shirts tragen, die sehr gut zu ihren – in diesem Abschnitt zwingend vorgeschriebenen – schafthohen Combatstiefeln aus schwarzem Lackleder passen.

Der Tagesbefehl bestand ansonsten im Wesentlichen aus den üblichen Zahlencodes: Jack „Die Haubitze“ Brubaker stand am Whiteboard und verdeutlichte uns die Strategie. Im Westen nichts Neues, sagte Brubaker, die Verluste sind nach wie vor immens, vor allem im ersten Quartal. Warum machen wir eigentlich keine Gefangenen mehr? fragte Linda Schelskow von der Revision, die wohl versuchte witzig zu sein. Von Brubaker gab es darauf natürlich keine Antwort.

Dann hieß es klar machen zum Gefecht, und wir gingen auf unsere Positionen. Das kann ja heiter werden, sagt Jerry, als er an seinem Schreibtisch (er steht rechts neben meinem) Platz nimmt und den Rechner hochfährt.

Kurz danach, gegen 0853, nimmt sich Rob Eagleburger vom Sales seine Leute zur Brust. Die Wege zum Ruhm, sagt der alte Sales-Profi, sind hart und steinig, wer sich bei uns einen Orden verdienen will, der muss richtig ran, der Wettbewerb kennt keine Gnade. Eagleburger erteilt den Auftrag, alles über die Pläne der Gegenseite herauszufinden, wenn möglich bis gestern. Zu Eagleburgers Stoßtrupp gehören ein paar ganz ausgekochte Typen: Charlotte Henreid, eine Intelligenzbestie, die auch die komplexesten Content-Technologien aus dem Effeff kennt, Jason „Die Laus“ Blumberger, Spezialist für verdeckte Operationen im Rahmen der Marktbeobachtung und Rick Konschalewsky, dem ich persönlich nicht am POS begegnen möchte.

Von der Versorgungseinheit gab es während des Briefings die üblichen ungenießbaren Warmgetränke und ein paar Sandwiches, von denen ich mir eines für später in mein Büro mitgenommen habe, wo ich jetzt den rechten Ellenbogen auf die Schreibtischplatte setze und die Stirn in Falten lege. Ich beobachte Jerry auf der anderen Seite: Er hat es sich in seiner Zone bequem gemacht und die Füße auf den Schreibtisch gelegt. Die Krawatte hängt über seiner Sessellehne. Jerry starrt auf den Bildschirm, als ob es da etwas Weltbewegendes zu entdecken gäbe. Ich forme aus dem Sandwichteig kugelförmige Intensivgeschosse und feuere sie in Jerrys Richtung, der sich davon allerdings nicht weiter stören lässt.

Anschließend widme ich mich der strategischen Planung, werfe ein paar Grafiken auf die PPT-Folien und mache ein wichtiges Gesicht. Gelegentlich meldet sich das Kommunikationssystem, und ich muss einen kurzen Lagebericht geben. Aye, Aye, Sir!

Um 0929 vertrete ich mir ein wenig die Beine und nutze die Gelegenheit, den Flurfunk abzuhören. Es geht das Gerücht, dass unser größter Wettbewerber zu einem Präventivschlag ausholen wird und einen Zangenangriff auf unsere beiden schwachen Flanken plant. Wahnsinn, sage ich, pfeife mir Mut zu und verdrücke mich schnell wieder.

0959: Ich gehe in die Caféteria und stoße dort auf Kimberly, die mir mit dem Befehl „Pronto!“ eine codierte Sales-Tabelle in die Hand drückt, die ich bis zum frühen Nachmittag durchsehen soll. Das ist ja alles kryptisch! rufe ich noch, doch Kim zuckt nur grinsend mit ihren camouflagebedeckten Schultern.

Um 1051 kommt Benjamin de Vries (einer der Mafos) an meinen Platz und klärt mich über einen Vorfall auf, in dem Sales-Manager Ross Kaluba verwickelt war. Offenbar war der gute Ross in eine honey trap des Wettbewerbers geraten und nur mit einer (im Übrigen geschmacklos gemusterten) Unterhose und stockbesoffen in einer sündteuren Suite des Jefferson Park Inn geschnappt worden. Es geht um Big Data, flüstert mir Ben de Vries verschwörerisch ins Ohr. Die Sache ist so ernst, sagt Ben, dass der CEO sämtliche Truppenteile überprüfen will, die unmittelbar an der Sales-Front tätig sind. Da werden Köpfe rollen. Scheiße, sage ich und kaue an dem Drehbleistift, den ich für ausgezeichnete Spionagedienste im Interesse der Abteilung geschenkt bekommen habe. Bei der Frau, der Kaluba auf den Leim gegangen war, soll es sich um einen Vice President von P G & C handeln, verdammt unangenehm das Ganze, vor allem wenn man bedenkt, dass dieser Idiot Ross erst vor vier Wochen geheiratet hat. Der wird wohl in der Etappe hängen bleiben, sage ich.

1114: Inzwischen wurde die Kampfzone ausgeweitet. Lagebesprechung in dem „Kleine Hölle“ genannten Besprechungsraum im 16. Stock. Ich stehe vor dem bauchig glucksenden Trinkwasserspender und zapfe mir einen XXL-Becher der abgestandenen Brühe. Die Hitze in diesem Abschnitt ist unerträglich. Hinzu kommt, dass hier oben ein Teil der Sanitäranlagen ausgefallen ist. Die von Facility Management bekommen das einfach nicht gebacken.

Bei der Lagebesprechung herrscht Alarm. Wir erfahren, dass eine Aufstockung der Truppen in absehbarer Zeit nicht möglich ist, und wir noch härter werden kämpfen müssen. Außerdem haben wir mit einer massiven Offensive in den Regionalmärkten zu rechnen, konstatiert Donald Larosse, Head of HR, Kampfname Caruso.

1200: Versuche weiter die Sales-Tabellen zu entschlüsseln, ohne Erfolg. Ich weiß, dass in der Sektion F (4. Stock) ein paar Experten arbeiten, die vielleicht in der Lage sind, das Chaos zu dechiffrieren. Aber die werden bestimmt Meldung machen und mich verpfeifen, und das wär´s dann gewesen mit der Prämie.

Später. Jerry hat nun seinerseits damit begonnen, mich mit Drohnen aus zerknülltem Papier („Halbjahresbericht – Draft“) zu bombardieren. Er schießt über die Mauer hinweg, die ich aus unverständlichen Fachbüchern und veralteten Manuals errichtet habe. Außerdem hat er verbotenerweise einen Qualmangriff („Marlboro light“) durchgeführt. Das wird mir der gute Jerry büßen müssen (sollte mir irgendwann die richtige Gegenstrategie einfallen).

Zum Mittagessen fahre ich hinunter ins Kasino. Der Küchenbulle hält mir den vollen Teller hin (Gummiadler mit Pommes), und ich nicke dankbar, was bleibt mir anderes übrig? Zu Tracy und Kimberly kann ich mich auf keinen Fall setzen, aber unsere Truppe ist groß: Ich entdecke Leslie Crosky und Alan Dubel, alte Hasen mit zertifizierter USP-Expertise. Wie gern lausche ich ihren Geschichten aus den guten alten Tagen des Vertriebs!

Während wir den Mampf hinunterschlingen, erfahre ich von dem Debakel im Verkaufsgebiet West, wo die Front auf der ganzen Linie zusammengebrochen ist. Die haben noch verzweifelt versucht, da raus zu kommen, sagt Dubel und fuchtelt mir mit der Gabel vor der Nase herum, aber sie hatten keine Chance. Ein schwerer Verlust, sagt Crosky, traurig, traurig, und nimmt einen kräftigen Schluck von seiner Coke. Die Verpflegung hier könnte wirklich besser sein, sage ich und weise auf meinen Teller. Wann können wir denn mit Nachschub rechnen?

Um 1400 müssen wir strammstehen: Ein Sondertrupp vom Headquarter ist eingeflogen worden und hat im großen Konferenzraum („Dschungel“) Aufstellung bezogen. Die Typen sind geschniegelt und kampferprobt: stahlgraue Augen, fester Händedruck, gegelte Frisuren, Pokerface, breite Schultern. Die Kerle stecken in teuren Kampfanzügen und tragen Krawatten, die einen halben Monatssold kosten. Sie gehören zum Kommandostab des Global Management Boards und wirbeln überall Staub auf. Die Typen wissen sich gut zu tarnen, sage ich zu Jerry, der sich soeben neben mich gesetzt hat und nervös in einem Stapel Papiere blättert. Wie üblich sind weder er noch ich vorbereitet. Der Anführer der Truppe, Brian Schmidtman, bringt sich sofort in Stellung und schmettert meine kurze Präsentation ab. So kann man nicht gewinnen! donnert er durch den Raum. Ihr müsst euch mehr ranhalten! Dann hat Gloria ihren großen Auftritt, die PA vom CEO, und Schmidtman ist plötzlich gut gelaunt. Kein Wunder, bei der Granatenbraut. Wetten, dass der sie später auf einen Drink einlädt, flüstert mir Dubel ins Ohr. Er sollte recht behalten. Schmidtman und seine Jungs machen sich noch eine Weile wichtig, präsentieren die neuesten Strategien in Sachen B2B und Content. Die Parole für die nächste Woche wird ausgegeben: ASAP! Dann müssen die smarten Typen auch schon zum nächsten Termin. Wir singen noch ein Kampflied, dann gehen Jerry und ich einen Kaffee trinken.

Um 1539 kommt von den Kreativen aus der Propagandaabteilung Code ALK, und wir treffen uns alle im Büro von Dubel, wo schon ein paar Pullen Whisky bereit stehen, die Dubel nach der letzten Weihnachtsfeier bunkern konnte. Ein Art Director mit horniger Brille beschafft Eiswürfel. So lässt es sich aushalten, sage ich zu Dubel, am besten, wir gehen hier in Deckung bis zum Feierabend. Soll sich doch die Kavallerie vom Customer Experience um den ganzen Scheiß kümmern.Wir dachten schon, die Lage hätte sich entspannt, da schneit Jack Siegel herein und fährt ein ganz großes Geschütz auf: Meta Research! Dafür werden offenbar ein paar Freiwillige gesucht, die Operation heißt Desktop und ist top secret, erläutert Siegel. Der Aufruf, sich für dieses Himmelfahrtskommando freiwillig zu melden, veranlasst Jerry und mich sofort auf Tauchstation zu gehen. Bei den Mädels von der Digitalisierung bekommen wir zur Stärkung Restbestände von einer Geburtstagtorte.

Später erfahren wir, dass auch vom Sales-Abschnitt Nord erschreckende Meldungen kommen: Verluste ohne Ende. Immerhin nähert sich vierbeinige Unterstützung meinem Schreibtisch, Killer, der braune Labradoodle des Praktikanten, der morgen seinen letzten Tag hat. Killer hat ein knuffiges Näschen für die Situation und nimmt gleich die Fährte auf. Wir sollten uns für Guerillamarketing entschließen, sagt Crosky, das hilft immer.

1700: Endlich konnte ich diese verdammten Sales-Codes entschlüsseln. Ich rufe Kimberly an, um ihr das Ergebnis mitzuteilen. Die gibt mir gleich die Anweisung, sofort in ihr Büro zu kommen, um weitere Befehle für heute und den morgigen Tagesabschnitt entgegen zu nehmen. Ich mache mich auf die Socken und fahre in den 8. Stock hinauf, wo ich gleich in eine heftige Rangelei zwischen einigen Zauselbärten von der Propaganda und den Mafos gerate: Es geht um ein paar Keywords, der gesamte Verlauf der Kampagne ist in Gefahr. Um nicht zum Kollateralschaden zu werden, husche ich zu Kimberly ins Büro, die gerade dabei ist, einem Neuen den Kopf zu waschen, Der Kerl hat sich offenbar unerlaubt von der Truppe entfernt. Der Deserteur erhält einen Verweis und muss zwei Wochen lang für Kim den Kaffee holen (Heiß! Schwarz! Zwei Stück Zucker! Capito?!). Selbst dieser beschränkte Novize dürfte jetzt begriffen haben, dass Kimberly ausgesprochen nahkampferprobt und berühmt für ihre Nachteinsätze ist. Noch einmal wird es der Typ nicht wagen, vor einer wichtigen Sitzung einfach zu verduften. Hasenfuß!

Draußen, vor der Glasfassade unseres Bürotowers, weitet sich ein herrlicher Frühsommerabend. In den Gärten hocken sie jetzt bei Bier und Hugo unter hübschen Kastanien, doch wir sind nach wie vor interniert und haben keine Ahnung, ob und wann wir je wieder hier raus kommen.

Ich greife nach meiner Unterlagenmappe und fahre in mein Stockwerk hinunter. Dort hämmert es bereits aus allen Rohren: Team-Managerin Karen Brockmeyer hat erfahren, dass die Operation an den wichtigsten Points of Sales ins Stocken geraten ist. Es fallen Begriffe wie „Versager“ und „Lahmärsche“. Karen ist stinksauer und sucht den Schuldigen. Jerry zeigt auf Dubel, ich auf Crosky, Crosky auf mich, Dubel auf Jerry, der Praktikant auf seinen Labradoodle (Killer): Wieder mal will´s keiner gewesen sein. Volle Deckung! rufe ich und stürze mich auf das WC, wo Donald Larosse aka Caruso gerade dabei ist, sich zu erleichtern. Kein Witz, sagt Larosse zu mir, die vom Hauptquartier werden euch ganz schön die Hammelbeine lang ziehen wegen der Sache, gut dass ich nichts damit zu tun habe, so long, noch einen schönen Abend!

Eigentlich sollte um 1800 das Signal zum Aufbruch ertönen, doch bis auf das Klacken der Tastaturen und das Zischen des Kaffeeautomaten ist nichts zu hören. Alle bleiben in ihren Stellungen. Vielleicht liegt es daran, dass die Finance ein paar Rechnungen mit uns offen hat und noch schnell eine Besprechung zum Thema Spesen anberaumen will. Fragen Sie am besten Jerry, sage ich zu Donna Henderson, der kennt sich mit der Sache aus. Ich schwinge meine Unterlagenmappe und verdufte mit den Worten „Der Boss wartet drauf“.

In der „Kleinen Hölle“ – ich wollte mich vorbeischleichen, doch Eagleburger hatte seinen Zeigefinger gnadenlos auf mich gerichtet –  präsentiert man uns dann doch noch eine Landkarte mit den aktuellen Entwicklungen. Mannomann: Das sieht richtig übel aus.

Kurz vor 2000 wage ich einen Ausfall und versuche durch einen Nebeneingang aus unserer Etage zu entkommen. Doch Dullenburg, Rick Dullenberg, General Manager Operations, fängt mich ab und setzt mich in seinem Büro fest, wo bereits Eagleburger wütend auf und ab geht. Die Foltermethoden, die Dullenberg und Eagleburger anwenden, sind ebenso grausam wie subtil. Man droht mir mit Schlafentzug durch Überstunden, sollte ich das Projekt nicht asap wieder auf Schiene kriegen. Außerdem werden die Gespräche über eine Erhöhung meines ohnehin nicht gerade üppigen Salärs bis auf Weiteres ausgesetzt. Die IT ist eingebunden, sagt Dullenberg, und ich kann dazu nur Jawoll! sagen.

Um 2208 wende ich mich an Jerry und Crosky und buchstabiere FOXTROTT ECHO INDIA ECHO ROMEO ALPHA BRAVO ECHO NOVEMBER DELTA – FEIERABEND – ich wiederhole FOXTROTT ECHO INDIA ECHO ROMEO ALPHA BRAVO ECHO NOVEMBER DELTA – FEIERABEND!

Dann fahre ich mit dem Lift hinunter in unser Fahrzeugdepot. Ich verfüge über eine mobile Einheit in silbergrau Metallic mit 130 PS. Das Ding ist schon ein paar Jahre alt, aber es tut noch seinen Dienst.

Endlich kann ich nach Hause. Morgen ist bestimmt wieder Großkampftag. Angeblich sollen wir sogar Unterstützung von Verbänden aus dem Global Network bekommen. Mal sehen, was die so drauf haben.

 

/Plan.Quadrat. Ein hypothetischer Roman

Bildschirmfoto 2016-01-14 um 17.22.13Im Institut für Quantenmechanik geschieht Seltsames. Newton widmet sich einem Hummer. Eine Laborassistentin macht Quantensprünge. Und Ahorner versteht die Welt nicht mehr.

Plan.Quadrat. Ein hypothetischer Roman von Michael Kanofsky. Jetzt gedruckt und als E-Book. Im Buchhandel zu bestellen und auf Amazon.

/summa summarum – eine bilanz

6000 aegyptische pfund verlor ich in einer gefuerchteten spielhoelle in kairo (aegypten) an zwei ausgebuffte halunken mit stechenden augen

5 euro blechte ich an einer zirrothischen pommesbude in berlin prenzlauerberg (deutschland) fuer eine portion schwerverdauliche currywurst mit fettfritten

400 afghani zahlte ich in einer rigoros gottesfuerchtigen kaschemme in kabul (afghanistan) fuer einen klebrigen maisfladen mit hammelragout

250 dalasi kassierte der unhoefliche kellner in einer abgefuckten hotelbar in banjul (gambia) fuer ein glas lauwarme coke

150 rupiah gingen in einem sinistren restaurant in jakarta (indonesien) fuer eine flasche ungenießbaren reisschnaps drauf

700 kronen kostete mich ein teller gebeizter lachs mit minzsauce in einem beliebten touristenlokal an der hogangattan in oslo (norwegen)

180 balba wurde ich in panama city (panama) fuer einen mehr als daemlichen weißen schlapphut mit weißer krempe los

4 britische pfund loehnte ich in einem obskuren pub in leeds (england) fuer zwei pints schales ale der marke haniston

50 gulden musste ich an einer ausgesprochen oeden tankstelle in leyden (holland) fuer eine fuellung diesel hinblaettern

6000 sloty waren in einem heruntergekommenen lebensmittelgeschaeft in krakow (polen) fuer eine flasche fusel zu entrichten

32 francs musste ich in einer halbseidenen promibar in bordeaux
(frankreich) fuer ein glaeschen korkelnden vin rouge lockermachen

10000 rubel kosteten mich in moskau (russland) ein belugadinner und fuenf runden vodka mit zwei abgehalfterten belorussischen mafiosi

5000 drachmen musste ich auf einem markt in thessaloniki (griechenland) fuer ein paar miserabel verarbeitete filzlatschen springen lassen

30000 lek waren in einem kuriosen restaurant am skanderbegplatz in tirana (albanien) fuer eine portion reis mit gruenen bohnen faellig

300 dirham bezahlte ich in einem saubloeden andenkenladen in rabat (marokko) fuer eine sagenhaft geschmacklos gemusterte schafwolldecke

5000 dinar loehnte ich in einer drittklassigen absteige in tripolis (lybien) fuer ein alles andere als gesundheitlich ausgewogenes fruehstueck

2500 birr wanderten in einer garkueche in addis abeba (aethopien) fuer einen halbvollen napf hafergruetze ueber den tisch

900 leu kostete mich eine stunde mit einer ehemaligen schoenheitskoenigin namens natascha in einem verlausten puff in konstanza (rumaenien)

60000 ouguiya entrichtete ich fuer einen aeußerst anstrengenden zweistuendigen kamelritt in nouakchott (mauretanien)

4000 kap verde escudos waren in einem ueberfuellten strandcafe in praia (kap verde) fuer einen teller saure gurkensuppe faellig

732 leone beglich ich nach einem verloren gegangenen huetchenspiel mit fanatisierten freischaerlern in freetown (sierra leone)

630 cedi kostete mich ein verdammt mies bewachter parkplatz in der ausgesprochen dubiosen altstadt von accra (ghana)

13 usdollar musste ich in einem schaebigen vorortdiner in seattle (usa) fuer einen doppelten dafuer pappigen cheeseburger und zwei dosen michelob cashen

60 dong bezahlte ich in einem grottenschlechten speiselokal in hanoi (vietnam) fuer eine halbe portion gedaempften rehpinscher mit glasnudeln

300 austral wollte man in einem dreisterneschuppen in buenos aires (argentinien) fuer die sichere verwahrung meines ebenso alten wie flaschengruenen reisekoffers

110 tansania schillling durfte ich in daressalem (tansania) fuer die ausnehmend sinnlose besichtigung eines zweifelhaften heldendenkmals anlegen

120 riyal kostete mich ein laengst faelliges telefonat in die heimat in einer leider stark frequentierten telefonzelle in doha (katar)

51000 lilangeni waren in mbabane (swasiland) fuer die obligatorische teilnahme an einer langweiligen vorfuehrung landestypischer folklore hinzublaettern

40 zypernpfund musste ich in einer sattsam bekannten unterweltbar in nikosia (zypern) fuer eine halbe pulle zypriotischen schampus auf den tisch knallen

1400 schekel bezahlte ich in einem koshershop in der dizengoffstrasse in tel aviv (irsrael) fuer sechs makabeebier und einmal falafel

110 rupien durfte ich in colombo (sri lanka) fuer einen halbstuendigen ausritt auf einem heiligen aber mueden elefanten verbraten

1000 baht musste ich in einem importexportbazar in bangkok (thailand) fuer ein schlecht gemachtes roleximitat hinlegen

7000 pesos investierte ich in einem schnellimbiss in einem touristenviertel von mexiko city (mexiko) fuer eine portion absolut ungenießbares burito nach gauchoart

7300 quetzal waren in guatemala city (guatemala) fuer zwei naechte in einem stinkenden und klapperschlangenverseuchten fernfahrermotel aufzubringen

4000 cruzado kostete mich der eintritt in eine schraege salsabar in einem lebensgefaehrlichen stadtteil von sao paulo (brasilien)

380 yen verlangte eine schon etwas betagte geisha in tokio (japan) fuer eine ordentliche abreibung mit einer anschließenden kalten dusche von mir

8000 yuan musste ich fuer den dreistuendigen ausflug zu einer sensationell makaberen tempelanlage in tientsin (china) aufwenden

2700 lempira nahm man mir in tegucigalpa (honduras) fuer einen miserablen eintopf aus hirse kalmuecken huehnerkacke und anderen regionalen spezialitaeten

390 schweizer franken musste ich in zuerich (schweiz) fuer ein mittelpraechtiges hinterhofhotelzimmer ohne service und fruehstueck berappen

(konjunkturbedingte schwankungen, inflationsbereinigter text)

/Mein Hörspiel „zukunft, re-visited“ jetzt auch auf CD zum Buch „Hörspielplätze – Positionen der Hörspielkunst“

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Krieg der Welten, Sie leben!, Formicula, The Fog – Nebel des Grauens: Das Hörspiel zukunft, re-visited versetzt uns in die stereotype Welt klassischer und zeit-genössischer utopischer Romane und Filme und beschäftigt sich auf sprachlich-spielerischer Ebene mit den immer wieder kehrenden Topoi solcher Stoffe. zukunft, re-visited versteht sich als Manual für die Produktion, als Bauanleitung für einen utopischen Roman und/oder Film, dessen Basis eben jene Stereotypien sind, die uns bei Genres dieser Art immer wieder faszinieren.

Konzeption, Text, Regie: Michael Kanofsky
Produktion: Tonstudio Holly Wien/Musik: S. Joly
Sprecher: Monika Freisfeld-Pampel, Wolfgang Pampel, Detlef Eckstein, Peter Wolfsberger
Länge: 14,56 Minuten

Das Hörspiel hat den 2. Preis beim Leipziger Hörspielsommer 2007 gewonnen.  Beim Berliner Hörspielfestival 2010 wurde zukunft, re-visited mit dem „Kurzen Brennenden Mikro – 3. Platz“ ausgezeichnet. zukunft, re-visited wurde  jetzt auch in der 20-Minuten-Langfassung  auf einer Sammel-CD zu dem Buch „Hörspielplätze – Positionen zur Hörspielkunst“ (Leipzig, 2011) veröffentlicht.

/Tour d´Amour

In Bruxelles liebte ich eine schüchterne Pralinenverkäuferin.

In London eine ziemlich gebildete Nymphomanin.

In Paris eine einfache Frau aus dem Volke.

In Zürich eine verwirrte Bibliothekarin.

In Veitshöchheim eine quirlige Quasselstrippe.

In Amsterdam eine Kirchgängerin mit lila Hütchen.

In Palermo eine geschiedene Frischgemüsehändlerin.

In Kassel ein Karriereweib mit Putzfimmel.

In Padua eine Pragmatikerin mit einer fatalen Neigung zum Obszönen.

In Deauville eine verkrachte Existenz mit roten Haaren.

In Cambridge eine Physikerin mit zwei linken Händen.

In Barcelona eine Revolutionärin mit Kopftuch.

In Weimar eine sächselnde Ex-Schönheitskönigin.

In Rom eine morphinsüchtige Gräfin.

In Prag eine Frau in weiß.

In Berlin eine tobsüchtige Vegetarierin vom Prenzlauer Berg.

In Manchester eine vergessliche Modistin.

In Madrid eine Primadonna mit untadeligen Manieren.

In Oslo eine perfekt gebaute Bierlokalkellnerin.

In Potsdam ein Vollweib mit allem Drum und Dran.

In Helsinki eine übergewichtige Rentierzüchtersgattin.

In Cannes eine Platinblonde mit Atombusen.

In Bukarest eine spätberufene Bildhauerin mit klobigen Pratzen.

In Brindisi eine Mannstolle im Faltenröckchen.

In Furth im Wald eine Gutgläubige mit strenger Mama.

In Tanger eine Exotin von Format.

In Edinburg eine rothaarige Furie mit immenser Erbschaft.

In Montreux ein durch und durch gschlampertes Luder.

In Pamplona eine Tapas-Köchin mit vier Kindern.

In Neustrehlitz ein Paradeweib mit Eigentumswohnung und Irish Setter.

In Kaliningrad eine russisch-orthodoxe Kolchosbäuerin.

In Dinkelsbühl eine versoffene Imbissbudenbesitzerin.

In Györ eine tagebuchschreibende Kammerzofe.

In Warschau eine tiefgläubige Phantastin.

In Glasgow eine kuriose Lebenskünstlerin mit abstehenden Ohren.

In Eckernförde ein stummes Kaufmannstöchterchen.

In Bilbao eine wankelmütige Schwarzhaarige.

In Ravenna eine Möchtegernhollywoodschauspielerin.

In Kopenhagen eine kunstbeflissene Egoistin.

In Furtwangen eine berechnende Hobbyphilosophin.

/From Earth to Space, from Space to Earth.

Jeder kennt Juri Gagarin, Neil Armstrong oder Ulf Merbold. Aber wer waren und sind die anderen? Männer und Frauen im Weltraum. Von Wostok1 über Mercury, Sojus und Apollo bis zu MIR und ISS. Zum Weltraumspaziergang check in here.

/In memory of the people of the Titanic

Vor 100 Jahren, am 14. April 1912, sank die Titanic.

An Bord: 2.200 Passagiere der 1., 2. und 3. Klasse und die Crew-Mitglieder.

In Erinnerung an diese Menschen – egal ob Verstorbene oder Überlebende – habe ich für jede einzelne Person eine Gedenk-Namenskarte geschrieben. Name für Name steht hier für ein ganzes, individuelles Leben. Die Namen basieren auf dem Buch von Tom McCluskie, Michael Sharpe und Leo Marriott: Titanic and her Sisters Olympic & Britannic, London 1998. Für einen optimalen Bildeindruck am besten den „Vollbild“-Modus wählen.

Die Crew

Passagiere 1. Klasse

Passagiere 2. Klasse

Passagiere 3. Klasse, britische Nationalität, eingeschifft in Southhampton

Passagiere 3. Klasse, nicht-britische Nationalität, eingeschifft in Southhampton

Passagiere 3. Klasse, nicht-britische Nationalität, eingeschifft in Cherbourg

Passagiere 3. Klasse, nicht-britische Nationalität, eingeschifft in Queenstown, Irland

/schöne tage in berlin

In Oberschönweide und in Hohenschönhausen.

In Schöneberg und in Schönefeld.

Am Schönauer Platz und in der Schönfließer Straße.

In Alt-Schönow und auf der Alten Schönhauser Straße.

Im Volkspark Schöneberg und im Schlosspark Niederschönhausen.

Auf der Schönhauser Allee und auf der Schönholzer Straße.

Im Rathaus Schöneberg und im Schloss Schönhausen.

Am Schönhauser Tor und in der Schönower Straße.

In der Schönstedtstraße und auf der Schönwalder Straßenbrücke.

Im Schönebergmuseum und auf dem Alten Schönefelder Weg.

Auf dem Schönerlinder Weg und in der Schönleinstraße.

In Hohenschönhausen und am Arnold Schönberg-Platz.

Auf der Schönerfelder Chaussee und auf der Schöneberger Brücke.

In Schöneiche und in Schöneweide.